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Informix Workgroup Editionen mit Limited-Use-Socket-LizenzenIBM Informix Feature Request

Besteht bei einer Limited-Use-Socket-Lizenzierung ein höheres Compliance-Risiko?


Innerhalb der Informix-Community kam die Frage auf, ob eine Limited-Use-Socket-Lizenzierung (LUS) ein Compliance-Risiko darstellt und durch eine Virtual-Processor-Core-Lizenzierung (VPC) ersetzt werden sollte. Aufgrund der langen Lebenszyklen von Informix haben viele Installationen mehrere Soft- und Hardwareupgrades in ihrer Historie. Damit steht die Frage im Raum, ob eine vorhandene Lizenz noch zur aktuellen Serverumgebung passt. Dieser Beitrag betrachtet die Limited-Use-Socket-Lizenzierung vor dem Hintergrund der geltenden Hardware-Limitierungen.


Die Limited-Use-Socket-Lizenzierung ist ein benutzer- und zugriffsunabhängiges Lizenzmodell. Die Lizenzierung erfolgt über die Sockets eines Servers, das heißt, es werden die zur Verfügung stehenden Prozessorsteckplätze lizenziert. Sie wurde von IBM im Mai 2009 eingeführt und war als Alternative zur IBM-Prozessorlizenzierung (PVU) gedacht, einfacher in der Bewertung und preislich attraktiv. Die Socket-Lizenzierung entwickelte sich zu einer beliebten Lizenz im OEM-Vertrieb zusammen mit Serverhardware. Je nach Ausstattung konnten Kunden einen vollständig lizenzierten Server erhalten, ohne sich weitere Gedanken über ihre Informix-Lizenzen machen zu müssen.

Die immer höhere Dichte bei Multicore-Prozessoren und der Trend zur Virtualisierung führten aber schon bald über die eigentlichen Ziele der Socket-Lizenzierung hinaus. Die Konsequenz war, dass IBM im September 2017 dieses Lizenzmodell wieder vom Markt genommen hat.

 

Ist die Informix Workgroup Edition mit Socket-Lizenzierung noch verfügbar?


Auch wenn dieses Lizenzmodell abgekündigt ist, bietet IBM weiterhin Produktwartung an. Bestehende Installationen können dem regulären Migrationspfad der Informix Workgroup Edition folgen. Darüber hinaus kann innerhalb der Lösungen von OEM-Partnern auch die Möglichkeit einer Neulizenzierung bestehen. Ein Blick in die Lizenzbestimmungen der aktuellen Versionen unterstreicht die Aktualität und Gültigkeit dieser Lizenzform. In allen 14er- und 15er-Versionen der Informix Workgroup Edition, sind die Bestimmungen zur Limited-Use-Socket-Lizenzierung enthalten.

 

Welche Grundlagen sind für die Bewertung des Lizenzumfangs anzuwenden?
Das Release der installierten Software bestimmt die Limits!


IBM reagiert auf technische Entwicklungen oder Anforderungen des Marktes durch eine Anpassung der Lizenzierung. Diese Anpassungen erfolgen im normalen Release-Zyklus. Mit der Installation eines Updates akzeptiert der Kunde die zu einem Release veröffentlichten Lizenzbestimmungen; vorherige Bestimmungen werden ungültig. Für eine Prüfung, ob eine Installation den Anforderungen entspricht, sind die Lizenzbestimmungen der eingesetzten Version heranzuziehen. Für die Informix Workgroup Edition sind hier hauptsächlich Einschränkungen in der Konfiguration eines Servers zu beachten.

 

Welche Server-Limitierungen gelten für die Informix Workgroup Edition mit LUS?

Eine große Veränderung für die Lizenzierung war der Übergang von physischen zu virtuellen Servern. In der Anfangszeit der LUS stand der physische Server im Vordergrund und die Limitierungen bezogen sich direkt auf die Hardware. Mit der Einführung des „virtuellen Servers“ ist IBM dem Konzept der Virtualisierung gefolgt. Die Limitierungen beziehen sich seitdem auf „verfügbar gemachte“ Ressourcen. Es ist im Einzelfall versionsabhängig zu prüfen, ob eine Limitierung auf physische oder virtuelle Ressourcen abzielt. Im Falle eines virtuellen Servers ist es stets wichtig die Sub-Capacity-Regeln der IBM zu beachten, um den Bedarf an Ressourcen und Lizenzen richtig zu bestimmen.

Für die Informix Workgroup Edition gelten hauptsächlich drei Limitierungen bezüglich der Serverumgebung. Zuerst der einer Installation zur Verfügung stehende Hauptspeicher, kalkuliert als Summe über alle Instanzen. Das zweite Kriterium sind die einer Installation zugewiesenen Processor-Cores (CPU-VPs). Hinzu kommt die speziell für alle Limited-Use-Socket-Lizenzierungen geltende Begrenzung auf maximal vier Sockel pro Server.

Zur Vollständigkeit wird noch auf die Prozessorlimitierung von maximal 480 PVUs hingewiesen, die für alle Workgroup-Editionen bis zur Einführung der Growth Edition im Mai 2010 gültig war.

 
Nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die geltenden Limits in Abhängigkeit von den wichtigsten Releaseständen der IBM Informix Workgroup Edition.

 

         

IBM Informix Workgroup Editionen mit Limited Use Socket Lizenzen
Releasedatum | Lizenzdokument

Haupt-
speicher
Limit

CPU-VP

Limit

LUS
Sockel
Limit

PVU
Server
Limit

IBM Informix Dynamic Server Enterprise and Workgroup Edition V11.50
February 10, 2009 | Doc: L-KLET-7HVNA4

8 GB

4 VPC

<->

480 PVU

IBM Informix Dynamic Server Enterprise and Workgroup Edition V11.50xC4
April 28, 2009 | Doc: L-KLET-7PBRH6

8 GB

4 VPC

<->

480 PVU

IBM Informix Dynamic Server Enterprise and Workgroup Editions V11.50xC4 with LU Socket
May 28, 2009 | Doc: L-KLET-7R4PBU

8 GB /
16 GB LUS

16 VPC

4 LUS

480 PVU

IBM Informix Dynamic Server Enterprise and Workgroup Edition V11.50
November 24, 2009 | Doc: L-KLET-7R4PLZ

16 GB

16 VPC

4 LUS

480 PVU

IBM Informix Growth Edition V11.50xC7
May 25, 2010 | Doc: L-DPAS-83SUHN

16 GB

16 VPC

4 LUS

<->

IBM Informix Growth Edition V11.70
October 12, 2010 | Doc: L-GHUN-887QMS

16 GB

16 VPC

4 LUS

<->

         

IBM Informix Workgroup Edition V12.10
March 26, 2013 | Doc: L-DDAY-93L3Q6

16 GB

16 VPC

4 LUS

<->

IBM Informix Workgroup Edition V12.10.xC15
August 27, 2021 | Doc: L-TBUI-C5DPXS

16 GB

16 VPC

4 LUS

<->

         

IBM Informix Workgroup Edition V14.1
March 14, 2019 | Doc: L-JERN-B3UQC9

32 GB

24 VPC

4 LUS

<->

IBM Informix Workgroup Edition V14.10.xC13
December 18, 2025 | Doc: L-YQFR-BMK3WC

32 GB

24 VPC

4 LUS

<->

         

IBM Informix Workgroup Edition V15.0
November 19, 2024 | Doc: L-GGHJ-M49GEM

32 GB

24 VPC

4 LUS

<->

         
Zurück zur Frage:

Haben Informix-Workgroup-Limited-Use-Socket-Lizenzierungen ein höheres Compliance-Risiko als andere Lizenzformen?


Nein. Prinzipiell hat eine LUS kein höheres Compliance-Risiko gegenüber anderen hardwarebasierten Lizenzformen. Problematisch kann es sein, wenn bei einem Serverupgrade die Lizenzbasis nicht berücksichtigt wurde. Dies ist aber kein Problem der Lizenzform, sondern ein Problem der Migrationsplanung. Dieses Risiko gilt im gleichen Maße für die IBM-Prozessorlizenzierung nach PVUs.

 


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